Was wäre, wenn…?

Flüchtlinge und Migranten, die in unsere Gesellschaft reinplatzen, Kriege in Ländern, mit denen wir noch nie viel verbinden konnten, Terroristen, die ihre eigene Religion völlig falsch verstehen und uns das Leben zur Hölle machen, obwohl wir keinerlei Schuld besitzen. So oder so in etwa könnte ein Europäer die momentane Lage zusammenfassen, wenn er ganz pessimistisch herangeht. Er würde die momentane Lage als eine der schlechtesten seit vielen Jahren darstellen. Natürlich beeinflusst uns das alles extrem. Doch jetzt sollte man mal umdenken. Man sollte in „Was wäre, wenn…“-Fragen denken. Und genau das wollen wir im folgenden Text machen.

Doch nicht so schlecht

Schauen wir uns an, was die Situation in Deutschland sonst noch so hergibt – abgesehen von den bereits genannten Aspekten. Wir in Deutschland leben in einem Wohlstand, wie wir ihn bisher nicht kannten. Menschenrechte, Demokratie und Werte wie Freiheit, Frieden und Gleichberechtigung sind heutzutage selbstverständlich, dass es nur noch sehr schwierig ist, diese anzuerkennen und wertzuschätzen. Der Präsident des deutschen Bundestages sagte zuletzt am Tag der deutschen Einheit in etwa: „Deutschland ist vielleicht kein perfekter Staat. Auch wir Deutschen machen mal Fehler. Jedoch ist Deutschland, wie es zurzeit aufgebaut ist, ein so guter Staat wie nie zuvor.“ Diese Aussage ist allzu passend. Nun aber eine „Was wäre, wenn…“-Frage. Was wäre, wenn Tausende von Flüchtlingen in unser Land strömen und uns gleichzeitig Terroristen aus dessen Herkunftsländern massiv bedrohen würden? – Klar, das kommt bekannt vor. Diese Frage haben wir so eben schon beantwortet. Diese Situation ist doch gar nicht so schlecht, wie manchmal behauptet.

Die erste richtige „Was wäre, wenn…“-Frage

Was wäre, wenn wir die Zeit zurückdrehen würden und plötzlich im Jahr 1940 ständen – mitten im Krieg? Diese Frage kommt jetzt direkt und unerwartet. Man sollte sich aber trotzdem damit auseinandersetzen. Fest steht, dass wir erst mal keine richtige Antwort parat haben – besonders die junge Generation tut sich schwer. Sie ist sich zumeist nicht bewusst, welche Leiden die Menschen während des Krieges hatten. Das ist nicht mal ein Vorwurf. Diese Leiden können nicht komplett nachvollzogen werden. Heute haben die Menschen, die den Krieg miterlebt haben, die Bilder noch genau im Kopf, verbinden großes Elend mit ihnen und kommen sofort wieder in Trauer, wenn sie an diese schreckliche Zeit zurückdenken. Die unheimlichen Folgen durch den Krieg besonders bei den Menschen werden auf diese Weise deutlich. Könnte man die Zeit zurückdrehen und unsere Vorfahren aus solchen schrecklichen Qualen befreien, so würde das wohl jeder tun. Die Flüchtlinge von heute leiden an dem gleichen Schicksal wie unsere Vorfahren, sie sind vom Krieg geprägt. Trotzdem bilden wir oft Hass gegen sie aus. Jedem sollte klar sein, dass wir diese Menschen wirklich aus dieser prekären Situation befreien können. Es ist kein Ding der Unmöglichkeit, wie es das Zurückdrehen der Zeit ist.

Die zweite „Was wäre, wenn…“-Frage

Was wäre, wenn an unserer momentanen Situation so einiges zu Bruch gehen würde? Wenn die EU komplett zerfallen würde, die einzelnen Staaten mit militärischen Mitteln ihren Willen durchsetzen wollten und am Ende ein erneuter Krieg in Europa ausbricht? Es könnte nebenbei passieren, dass Putin sich mit Assad, Erdogan und anderen Staatsoberhäuptern aus dem Nahen Osten zusammenschließt und diese Front versucht gegen den zerbrochenen Westen eine Offensive zu starten und Macht zu vergrößern. Amerika würde dabei wieder mal mitmischen und Mitteleuropa avancierte mal wieder zum Schlachtfeld der Soldaten aus aller Welt.  Was wäre dann? Natürlich hört sich das erst mal surreal an. Diese Frage will man daher gar nicht so wirklich beantworten – nicht nur weil es eine furchtbare Vorstellung ist. Setzt man sich jedoch genauer mit dem Szenario auseinander, dass die EU in der Gegenwart keine weiteren Schritte in Richtung Integration und Demokratisierung macht, stattdessen auf der Stelle steht und vielleicht sogar Schritte rückwärts macht. Dass Putin Assad auf seiner Seite hat, den Krieg um die Krim gewann und seine Macht immer weiter ausbaut. Und zuletzt vielleicht noch, dass Erdogan die Demokratie in seinem Land unterdrückt, daneben seine vorteilhafte Lage in der Flüchtlingskrise egoistisch und ausschließlich zu seinen Gunsten nutzt. Zusammenfassend wird deutlich, dass die Fronten in der internationalen Politik härter werden. In einer Zeit, in der die Generationen die Leiden von Krieg nicht mehr so ratifizieren können, wie es ihre Vorgänger getan haben, ist die Angst vor Krieg berechtigt.

Die dritte und letzte „Was wäre, wenn…“-Frage

Was wäre, wenn sich alle mit der jetzigen Lage zufrieden geben? Alle würden anerkennen, wie gut ihre Lebenssituation doch ist. Sie würden Verständnis für die Flüchtlinge haben und diese mit offenen Armen aufnehmen. Der Optimismus gegenüber der EU würde steigen. So bekäme diese Organisation endlich wieder bessere Möglichkeiten, mit der Flüchtlingspolitik, dem Krieg in Syrien und anderen Problemen umzugehen. Wenn die Probleme zusammen gelöst werden, steht am Ende eine noch bessere Situation für alle da. Ziel ist es also, optimistisch in die Zukunft zu sehen, die aktuellen Herausforderungen zu akzeptieren und mehr dafür zu tun, dass die Welt gestärkt aus diesen schwierigen Zeiten hervorgeht. Ein großer Teil der Menschheit ist schon auf dem richtigen Weg. Die Aufgabe dieser Menschen ist es, jetzt auch die anderen mitzuziehen.