Deutschland sucht den SUPERSTAAT

Entweder haben immer weniger Leute Teil an der ehemaligen Europabegeisterung, oder es machen sich immer mehr Leute einen Spaß aus politischen Umfragen und sagen aus Protest, dass sie die europakritische AfD wählen würden.

Sollte es tatsächlich Ziel sein, die echten Politiker endlich zum handeln zu bringen, in dem man die europakritische AfD in den Umfragen angibt, dann sollten unsere Politiker diesen Wink mit dem Zaunpfahl endlich verstehen.

In Sachsen hat die AFD mittlerweile immerhin schon bessere Ergebnisse in den Wahlen als die Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Und das in Sachsen, wo Anfang des letzen Jahrhunderts die Kommunisten Revolution machen wollten.

Diese Entwicklungen müssen uns zu denken geben.

Das D der AfD steht nicht für Deutschland

Sollte sich irgendjemand diesen Illusionen hingeben, so werden diese enttäuscht werden.

Im Parteinamen mag es vielleicht Deutschland heißen, doch hat es nicht das Beste für Deutschland im Sinne.

Die AfD will den einfachen Weg für Deutschland wählen, der für ein paar wenige Jahre vielleicht auch funktionieren würde, doch sollten wir mehr als diese paar Jahre erleben wollen, dann wird es mit unserer Demokratie und mit unserer Menschlichkeit und mit allem wofür unsere Bundesrepublik Deutschland in den letzten Jahren stand bergab gehen.

Und ganz ehrlich, brauchen wir eine Alternative? Dazu muss man fragen, wozu man im Moment eine Alternative sucht. Im Moment erlebt Deutschland die längste Periode europäischen Friedens, die es jemals gegeben hat. Die Wirtschaftskraft Deutschlands ist gigantisch und obwohl wir im Vergleich nahezu winzig erscheinen, stehen wir nach China und den Vereinigten Staaten von Amerika auf Platz 3 der Exportweltmeister und scheinen fest entschlossen und den ersten Platz wiederzuholen. Deutschland ist von allen Staaten als vertrauenswürdiger Partner geschätzt und egal um welche Krise es sich handelt, Deutschland steht als Vermittler scheinbar immer mit auf dem Plan. In Europa gibt Deutschland den Ton an, über eine Aufnahme als ständiges Mitglied in der UNO wird schon verhandelt und bei der letzen Fußballweltmeisterschaft konnten wir die Fußballkönige aus Brasilien den für sie kurzen Weg nach Hause schicken.

Es versteht sich von selbst, dass man zu der aktuellen Situation, in der Deutschland seit seiner Gründung zum ersten Mal als Partner in der internationalen Politik betrachtet wird und nicht als Unruhestifter, auf jedem Fall eine Alternative braucht.

Wir sehen also, „Ausweg für Dummies“ würde besser passen.

Die AfD will, dass Deutschland deutsche Sachen macht. Schluss mit europäischer Freizügigkeit, Schluss mit einer europäischen Wertegemeinschaft und vor allem Schluss mit den ganzen Forderungen aus Brüssel.

Doch fahren nicht die meisten Deutschen gerne mal für ein Wochenende in die Niederlande? Oder nach Frankreich?

Fliegt man nicht gerne auch mal mit dem Flugzeug nach Spanien, ohne ewig an der Passkontrolle zu stehen?

Denn die Passkontrollen werden zurückkommen, wenn wir mit Europa so weitermachen.

Wenn wir so weitermachen, dann werden wir wieder stundenlang im Stau stehen auf unserem Weg in die Niederlande, weil es wieder Grenzkontrollen gibt.

Hören wir auf, die Forderungen aus Brüssel zu erfüllen. Zum Teufel mit den Hygienebestimmungen, wer braucht das schon.

Für welches Problem könnte weniger Europa die Lösung sein.

Es ist nicht die schwächelnde Konjunktur. Der einzige Grund, dass es noch Konjunktur gibt, ist die Europäische Union.

Ist es die Flüchtlingskrise? Doch auch hier ist Europa die einzige Lösung, die Krise richtig zu lösen.

Weniger Europa ist also nicht die Lösung.

Und warum sollte weniger in diesem Falle auch mehr sein?

Größer ist immer besser

Was das angeht, sollten doch gerade wir Deutschen Bescheid wissen, sollte man denken. Immerhin gab es bis vor zweihundert Jahren nicht ein Deutschland, sondern ganz viele kleine deutsche Staaten.

Heute betont aber keiner mehr, dass er aus dem Königreich Bayern kommt, oder aus Preußen.

Tatsächlich wurde Deutschland immer bedeutender, je mehr es Deutschland gab und je weniger es kleine, unabhängige Fürstentümer gibt.

Erst nachdem man sich vereinigt hatte, spielten wir eine entscheidende Rolle.

Heute betonen wir nicht mehr, dass wir aus Preußen kommen oder aus Bayern, wir sagen einfach, dass wir aus Deutschland kommen.

Warum lernen wir nicht aus dieser Entwicklung?

Der Zusammenschluss vieler kleiner deutscher Staaten verlieh unserer Nation Gewicht.

Und besteht nicht auch Europa heute aus vielen kleinen, unabhängigen Staaten? Das hängt davon ab, was wir als Vergleich wählen, doch kann in einer Welt, die so global ist, wie die unsere, nur die Welt der Vergleichspunkt sein und mit der Welt verglichen ist Europa winzig.

Was würde die Vereinigung aller europäischen Staaten zu einem Europa also bedeuten?

Was bedeutete denn der Zusammenschluss der amerikanischen Kolonien zu den Vereinigten Staaten von Amerika?

Er schuf eine weltpolitische Großmacht, von der heute vieles in der Weltpolitik abhängt.

Es hat einen Grund, warum man in diesem Zusammenhang von einem Superstaat Europa spricht. Denn es wäre ein Staat, der tatsächlich super wäre. Es wäre ein Staat, der all die Probleme lösen könnte, gegen den die AfD im Moment wettert.

Warum also sucht Deutschland nicht den Superstaat?

Es hat einen Grund, warum wir noch heute, 500 Jahre nach der Entdeckung Amerikas, immer noch von der neuen Welt sprechen, wenn wir über Amerika reden und von der Alten Welt, wenn wir uns Europa ansehen.

Europa hat sich nicht weiter erneuert, doch uns muss klar sein, dass Demokratie Veränderung bedeutet.

Wo ist die Europabegeisterung des vergangenen Jahrhunderts also hin?

Es waren nicht die Politiker, die voller Euphorie die Grenzzäune und Grenzschranken eingerissen haben und mit ihren Nachbarn gesungen und gefeiert haben, die sich umarmt haben und sich als Brüder begrüßt haben.

Es waren Bürger, Menschen wie du, die in dieser Welt gelebt haben.

Sie haben in einer Zeit der Veränderungen gelebt, sie haben angefangen, die Dinge selber in die Hand zu nehmen und sich mit der Politik auseinanderzusetzten.

Warum haben wir damit aufgehört? Verändert sich die Welt denn im Moment nicht? Es sieht eher nach dem Gegenteil aus. Die Welt verändert sich von Tag zu Tag mehr.

Wir können nicht leugnen, dass wir vor großen politischen Herausforderungen stehen und immer weniger können wir leugnen, dass die Menschheit als Ganzes von diesen Herausforderungen betroffen ist.

Es gibt ein Phänomen, dass nennt sich Globalisierung. Die meisten werden schon einmal davon gehört haben.

Es bedeutet aber vor allem eines: Uns kann nicht mehr egal sein, was auf der anderen Seite des Atlantiks passiert. Uns kann nicht mehr egal sein, was im fernen Afrika passiert, oder in Asien.

Die Probleme kommen zu uns. Probleme, die wir verursacht haben, als wir diese Länder Jahrhunderte lang ausgebeutet haben.

Natürlich kann die Vergangenheit nicht die Rechtfertigung dafür sein, dass wir heute diese Schuld abtragen müssen, doch wir beuten diese Länder immer noch aus.

Nur nennen wir es nicht mehr Imperialismus und lassen unsere Politik die Arbeit machen, wir nennen es Unternehmensführung und lassen unsere Wirtschaft diese Aufgabe übernehmen.

Wir haben so viele Probleme, die wir lösen müssen, so viele Fragen, auf die wir Antworten brauchen.

Europa kann das meiste davon leisten.

Ruft also „Deutschland sucht den Superstaat“ und die Politik wird uns hören.

Ruft „Deutschland sucht den Superstaat“ und überzeugt alle anderen.

Das ist nicht nur die Aufgabe der Politiker. Es ist die Pflicht, es ist das Privileg, es ist die Verantwortung eines jeden Europäers. Demokratie bedeutet nämlich, dass man nicht mehr nur zu sieht, wie Politik gemacht wird. Demokratie bedeutet, selber Hand anzulegen. Selber für das einzustehen, woran man glaubt.

In einer europäischen Gemeinschaft auf politischer Ebene, kann man den Befugnissen der Wirtschaft Grenzen setzten. Wir können eine tatsächliche Ursachenbekämpfung beginnen und die Gründe reduzieren, warum Menschen fliehen und sie werden aufhören zu fliehen.

Wir hätten keine Flüchtlingskrise, die es zu lösen gäbe, da jedes Land bloß einen Anteil der Flüchtlinge auf die Landkreise verteilen müsste.

Wir hätten keine Euro-Krise, da es in keinem EU-Land mehr möglich wäre, dass die Menschen keine Steuern bezahlen, ohne dass Europa etwas davon merkt.

Wir könnten uns alle in der Gewissheit ergeben, dass diese längste Periode des Friedens, die wir ausschließlich Europa verdanken, andauert.

Und was tun wir stattdessen? Wir streiten uns. Wir drohen uns. Wir wählen die AfD.

Die AFD zu wählen ist vergleichbar damit, bei einem Kredithai Geld zu leihen, um damit eine Party zu schmeißen, um jemanden zu beweisen, dass man cool ist.

Man kann sich einen Abend lang darüber freuen, dass man es allen anderen gezeigt hat, und am nächsten Morgen bricht einem der Kredithai die Beine mit einer Brechstange.

Man hat vielleicht an einem Abend keine Probleme, doch von da an geht es konsequent und sehr schnell immer weiter bergab.

Wir sehen also. Es hat einen Grund, warum wir einen Superstaat suchen, einen Superstaat Europa.

Dieser Staat wäre wie Super-Mann.

Er könnte vielleicht nicht fliegen oder mit Laserstrahlen aus seinen Augen Dinge in die Luft jagen, doch er würde auch die Welt retten, er würde uns alle retten.

Was ich nicht verstehe ist, warum alle Super-Mann toll finden, aber niemand den Superstaat Europa.

Super-Mann wird nicht von Krypton zu uns kommen. Ob der Superstaat Europa kommt, das liegt an uns. An jedem von uns.

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