Das Boot mit dem wir sinken

Über sieben Milliarden Menschen sitzen in einem Boot, unserem Planeten Erde. Ob wir es sehen wollen oder nicht, wenn dieses Boot sinkt, dann gehen wir alle unter.

Dann wird es keine Rolle mehr spielen, ob jemand aus Europa kommt oder aus Afrika, ob aus Asien oder Amerika. Es wird keine Rolle mehr spielen ob reich oder arm, schwarz oder weiß, Mann oder Frau, Christ oder Moslem oder Rechts- oder Linkshänder.

Wir werden als Gleiche unter Gleichen untergehen. Falls unsere Ozonschicht vollkommen durchschmort, oder das Wetter noch unberechenbarer wird. Stürme in Zentraleuropa waren vor einigen Jahren noch undenkbar, heute sind sie die Regel.

Es wird bald keine bloße Redewendung mehr sein, wenn man statt Grönland Grünland sagt, da das Land tatsächlich grün sein wird und nicht mehr von Schnee und Eis bedeckt sein wird.

Das ist nicht so gut für die Tiere, die dort leben und die sich den entsprechenden Bedienungen innerhalb der letzten Jahrtausende angepasst haben. Sollte uns das Leben von diesen Tieren nicht interessieren? Gehen wir einmal davon aus, dann könnten wir problemlos weiter so leben, wie wir jetzt im Moment leben.

Wenn wir diese Rechnung machen wollen, dürfen wir nicht vergessen, dass aus dem Eis Wasser wird und dieses Wasser muss irgendwohin. Inselstaaten werden also bald zu Korallenriffen, was schön für einen Tauchurlaub sein kann, doch haben wir dann das Problem, dass wir kein Hotel mehr in der Nähe der Korallenriffe hätten und das würde uns ja tatsächlich schwer treffen. Abgesehen davon, dass es tatsächlich Menschen gibt, die auf diesen Inseln leben und die dann doch tatsächlich irgendwo anders hinmüssten.

Küstenstädte wie New York City in den Vereinigten Staaten von Amerika stünden vor demselben Problem, doch kann man eine Stadt wie New York natürlich nicht untergehen lassen.

Doch müssen wir uns auch darüber keine Sorgen machen, denn solange wir Donald Trump haben, finden wir einen Weg, unerwünschtes aus dem Land raus zu halten. Wir können, wenn wir sowieso schon eine Mauer entlang der Südgrenze der USA ziehen wollen, auch eine an der Ostgrenze ziehen, um das Wasser davon abzuhalten, New York City zu überfluten.

Und wenn wir gerade dabei sind, dann können wir direkt alle Kontinente einmauern. Würde das nicht sämtliche Probleme lösen? Wir müssten uns keine Sorgen wegen Überschwemmungen machen müssen und auch die Flüchtlingskrise wäre gelöst, da niemand aus seinem Land rauskäme und wenn doch, dann käme er nicht in unseres rein.

Der Donald hat vielleicht eine Sturmfrisur auf seinem Kopf, aber darunter sind die Gedanken geordnet, das glaubt man kaum.

Nur, dass wir dann nicht mehr aus unseren Ländern hinaus kämen, ist ein Problem, dass Donald nicht lösen kann. Tatsache ist, dass WIR frei reisen wollen, dass WIR die Freiheit haben wollen, in ein anderes Land zu ziehen oder Urlaub zu machen. Und wenn es UNS hier schlecht geht, dann können WIR wo anders hinziehen.

Aber DIE solle diese Rechte nicht haben? Wer sind denn DIE? Sind DIE nicht Menschen wie wir, die nur woanders geboren sind?

Dass wir gar nicht so unterschiedlich sind, wie manche Menschen glauben, werden wir dann sehen, wenn WIR unseren Planeten noch ein bisschen mehr kaputt machen.

Denn dann werden wir alle zusammen vor einem Problem stehen, das wir geschaffen haben, nicht die.

Wir haben unsere Erde jahrhundertelang ausgebeutet und als das nicht mehr amüsant genug war, haben wir um unsere Erde weiter auszubeuten auch noch Menschen ausgebeutet, die für unsere Bedürfnisse die Erde ausbeuten mussten.

Innerhalb von 200 Jahren Industrie hat ein Bruchteil der Menschheit es geschafft die Ressourcen aufzubrauchen, die Mutter Erde in mehr als 200 Millionen Jahren aufgebaut hat. Und heute, wo der größere Teil der Menschheit etwas von dem Kuchen abhaben möchte, verurteilen wir die anderen dafür, ohne aber unseren eigenen Bedürfnisse zu reduzieren, geschweige denn Fehler einzugestehen oder zu Änderungen bereit zu sein.

Doch haben wir natürlich viele Alternativen, falls wir unseren Planten irgendwann einmal vor die Hunde gehen lassen sollten. Wir könnten uns von unserem Reichtum Raumschiffe bauen und zu einem der unzähligen Planeten fliegen, die unsere Wissenschaftler entdeckt haben und auf denen Leben möglich ist.

Dabei gibt es nur ein Problem. Die meisten Europäer und Nordamerikaner gehören zwar zu den privilegierten Menschen auf diesem Planeten, doch würde es 1% der Weltbevölkerung sein, welches sich tatsächlich ein Ticket für dieses Raumschiff leisten könnte. Und dieses 1% der Weltbevölkerung könnte zwar losfliegen in ihren super Raumschiffen und uns alle hier zugrunde gehen lassen, doch selbst wenn, diese Planeten sind so viele Millionen Lichtjahre entfernt, dass nicht einmal ihre Kinder und Kindeskinder den Planeten erreichen würden.

Mehrere Generationen in einem Raumschiff zu leben, ohne frische Luft und statt Wasser recyceltest Urin trinken? Dafür ein ganzes Vermögen ausgeben und nicht einmal das Ziel der Reise erleben? Man muss sagen, das ist der Traum von Glück.

Die Alternative haben wir in dem Film 2012 gesehen. Das Jahr haben wir zwar überstanden, doch egal wann es eintreffen sollte, ein so spektakuläres Ende wäre ja doch nicht schlecht, wenn man nicht auf der Achterbahn fahrt dabei wäre, die diese Schiffe in dem Film beschrieben haben.

Und wir Normal-Sterblichen? Wir werden hier zurückgelassen und endlich das Gefühl kennenlernen, nicht zu den Privilegierten zu gehören.

Wir haben also nur zwei Optionen.

  1. Wir können so weitermachen wie bisher und unweigerlich draufgehen.
  2. Wir übernehmen endlich die Verantwortung für unsere Fehler, hören auf rum zu heulen, weil die Welt zu ungerecht ist, und fangen an, uns umeinander und um diesen Planeten zu kümmern.

In anderen Worten lässt es sich so formulieren. Als die Titanic unterging, hat Leonardo DiCaprio sich auch keine Axt geschnappt und Löcher in das Schiff gehackt, er hat die Zähne zusammengebissen und getan, was notwendig war.

Und so wie niemand glauben wollte, dass die Titanic untergehen könnte, will heute niemand glauben, dass unserem Planeten dasselbe Schicksal bevorsteht.

Die Unternehmen der Länder Europas und Nordamerikas kümmern sich zu großen Teilen mehr um ihre Profite, als um unseren Planeten. Und es mag so scheinen, als könnten wir als einzelne nichts ausrichten.

Doch der Zusammenschluss zu einer globalen Zivilbevölkerung hat schon in den letzten Jahren große Fortschritte hervorgerufen. Schließen wir uns dieser Bewegung an und fordern Menschenrechte für Menschen, nicht nur für Europäer und Amerikaner, Verantwortung für unseren Planeten und eine gerechte Verteilung. Fordern wir diese Sachen und kämpfen wir für diese Sachen.

Jeder einzelne kann etwas bewirken

Und wenn du nur derjenige bist, der die Masse der Fordernden so groß macht, dass sie gesehen wird, sie so laut macht, dass sie gehört wird, du bewirkst etwas Gutes, bist Teil eines großen Ganzen. Es liegt an uns allen, an jedem von uns.

Die Staaten, aus denen die Unternehmen kommen, die die Welt ausbeuten, sind Demokratien. In diese Demokratien hatten einmal die Menschen das Sagen. Man sagt, wir Menschen hätten das Interesse an Politik verloren, würden uns nicht interessieren für die Probleme unserer Zeit. Doch nur indem wir das tun, was diese Menschen von uns erwarten, geben wir ihnen recht. Zeigen wir ihnen, dass wir uns um diesen Planeten kümmern und dass wir füreinander einstehen. Fordern wir Gerechtigkeit, Freiheit und Solidarität untereinander und miteinander.

Egal wie viel Geld auf einem Bankkonto ist, man hat dasselbe Recht hier zu leben, wie jeder andere. Jeder von uns hat dieses Recht.

Wir sitzen wortwörtlich im selben Boot. Fangen wir an uns als Kameraden zu sehen, die gemeinsam bis zum Ende auf diesem Schiff sind und machen wir das Beste daraus.

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